Home » Allgemein » Augmented Reality – Neues aus der Forschung

Augmented Reality – Neues aus der Forschung

Immer mehr Alltagsgegenstände werden digitalisiert. Informationen sollen nicht mehr lange in gedruckten Lexika gesucht werden, sondern sofort und überall zugänglich sein. Diesem Trend folgend arbeiten schon seit Jahren Experten an einem „Brillendisplay“, der sogenannten erweiterten Realität (Augmented Reality). Somit sollen Anwender Informationen nicht nur schnell, sondern auch aufwandsarm erhalten – und zwar direkt ins Sehfeld.

Chip-Display-Hybrid pojiziert Informationen ins Blickfeld des Nutzers

Schon seit Jahren wartet der Markt auf ein erstes alltagstaugliches Gerät. Alle bisherigen Konstruktionen waren aufgrund ihres Aufbaus zu klobig und viel zu schwer. Das Problem lag darin, dass bis dato Prozessoren und Displays jeweils getrennte Einheiten bildeten und im Aufbau eines kompletten Geräts viel zu viel Platz einnahmen. Ein anderes Problem war, dass die Geräte nicht nur schwer waren, sondern auch keine visuellen Bedienmöglichkeiten boten. Das heißt, der Anwender bekam die gewünschten Informationen direkt ins Sehfeld projiziert, musste aber zwecks Navigation auf Eingabegeräte zurückgreifen, was den eigentlichen Vorteil der Augmented Reality unterminiert. Einem Bericht des „Handelsblattes“ zufolge ist dem deutschen Fraunhofer Institut für photonische Mikrosysteme der Durchbruch gelungen. Bald könnten diese Erkenntnisse auch Unternehmen nutzen, die sich auf Anwendungen der Augmented Reality spezialisiert haben.

Handelsblatt: Fraunhofer Institut schafft Durchbruch

Dem Bericht nach sollen Forscher des Fraunhofer Instituts es geschafft haben, was Entwicklern bisher nicht gelang: die Verschmelzung von Mikrochip und Display. Hierzu bedienten sie sich einer mittlerweile auf dem Smartphonemarkt bekannten Technologie der organischen Licht emittierenden Dioden (kurz OLED). Hierbei handelt es sich um ein Display, das aus hauchdünnen Schichten leitender bzw. halbleitender Moleküle besteht, die unter elektrischer Spannung leuchten. Zwischen diesen Schichten sind die Photodioden eingebunden, kleine Einheiten, die auf Lichtstrahlen reagieren – selbst solchen, die vom Auge ausgehen. Dies ermöglicht dem Anwender, durch Starren auf einen Punkt auf dem Display, ein Menüpunkt zu wählen. Da die OLED-Schichten direkt auf das Metallgehäuse gängiger Mikrochips aufgetragen werden, wird viel Raum gespart mit der Konsequenz, dass künftig handlichere Geräte realisierbar sein werden. Erste Geräte gab es schon vor 30 Jahren, als die Sowjets in den Helmen ihres Kampffliegers, der MIG-29, ein ähnliches System einbauten. Spätestens seit 1982 bemühen sich westliche Unternehmen um die Tauglichmachung dieser Technologie für den beruflichen Alltag. Fortgeschritten ist die Augmented Reality in der Chirurgie. Pilotversuche zeigten aber, dass die Augmented Reality bei Operationen an weichen Organen versagt, weil diese sich bei Atmung bzw. während des Eingriffes verändern und somit nicht mehr mit dem Bild auf dem Bildschirm des Chirurgen übereinstimmen. Angesichts des Anwendungspotenziales hat die Augmented Reality in der Medizintechnik die wohl zukunftsträchtigsten Entwicklungschancen.

Bild: Gabriella Fabbri

TH Merseburg

Wir sind ein Infoportal, dass sich mit der ehemaligen Technischen Hochschule Leuna-Merseburg (THLM), oder auch TH Merseburg beschäftigt. Hier finden Sie Informationen rund um das Thema Studieren in Merseburg und Deutschland.