Der Beruf des Produktdesigners

Ein komplexer und kreativer Beruf mit außerordentlich interessanten und guten Perspektiven, ist der des Produkt- und Industriedesigners:

Produktdesigner

Für die Gestaltung von Konsum- und Investitionsgütern sind besondere Fertigkeiten und ist ein umfangreiches Wissen erforderlich. Ein Produktdesigner, der einen Stuhl entwirft, muss Skizzen entwerfen, muss die unterschiedlichen Eigenschaften der Werkstoffes Holz kennen, benötigt ergonomische Kenntnisse und muss über die Abläufe des Produktionsprozesses informiert sein.

Eine hohe Auffassungsgabe, eine gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit ist für diesen Beruf von hoher Bedeutung. Ökonomie und Ökologie, Ästhetik und Funktionalität, Ergonomie,  Wartung und Pflege, Produktdesign und Produktgestaltung. Die Überlegungen zu einem neuen Produkt und deren Vermarktung sind nicht dem Zufall überlassen.

Die Ausbildung findet an einer Hoch- oder Fachhochschule statt. Die Mindeststudiendauer beträgt sieben Semester zusätzlich einem Praxissemester. Das Diplom, das vergeben wird (Bachelor/Master-Studiengang) „Diplom-Designer“ oder „Diplom-Designer (FH)“.

Künstlerische Begabung und wissenschaftliche Neugier, technisches Verständnis, wirtschaftliches und analytisches Denken, der Beruf des Produkt- und Industriedesigners hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Denn der in der Betriebswirtschaft gebräuchliche Ausdruck des Produktlebenszyklus eines Konsumgutes hat sich verkürzt, die Märkte haben sich verändert.

Made in Germany. Ein Kennzeichen, das für Qualität steht. Deutsche Konsum- und Investitionsgüter werden rund um den Globus geschätzt und die Nachfrage ist groß. Das korrespondiert mit der vorbildlichen Ausbildung der Produkt- und Industriedesigner an unseren Hochschulen und Fachhochschulen.

Eine bemerkenswerte Persönlichkeit ist Prof. Richard Sapper, der seit über 50 Jahren die Designwelt entscheidend mitgeprägt hat. In München geboren, studierte Prof. Sapper  Betriebswirtschaftslehre und besuchte daneben Vorlesungen in Philosophie, Anatomie, Grafik und Ingenieurwissensschaften. Hier zeigt sich die ganze Bandbreite seines Interesses und verweist zusätzlich auf die interdisziplinäre Ausrichtung dieses Studienganges.

Vom Rat für Formgebung wurde Prof. Sapper als Gestalterpersönlichkeit für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Seine Vita ist mit kurzen Worten nicht zu beschreiben. Bis 1958 arbeitete er für Mercedes-Benz, entwarf für IBM das Thinkpad, für Alessi den Flötenkessel Bollitori und eine Schreibtischleuchte (Artemide Tizio), die in die ständige Sammlung des Museum of Modern Art in New York aufgenommen wurde. Fiat und Pirelli sind weitere Stationen seines unermüdlichen Schaffens. Mehrfach wurde er mit dem Compasso d’Oro, einem wichtigen italienischen Design-Preis, ausgezeichnet. Von 1986 – 1998 hatte er einen Lehrstuhl für Industriedesign an der Kunstakademie in Stuttgart inne. Prof. Sapper begreift Design als soziale und politische Aufgabe.

Der Beruf des Produktdesigners darf nicht mit dem des Technischen Produktdesigners verwechselt werden, der weitestgehend mit dem des Technischen Zeichners vergleichbar ist. Die Waren- und Konsumwelt der Industrieländer stellt hohe Anforderungen an den Produktdesigner.

Dieter Rams, ehemals Industriedesigner bei der Elektrogerätefirma Braun, auf die Frage von Thiemo Heeg in der FAZ vom 27.05.2010, welches Auto ihm gefiele, antwortete Dieter Rams:

„Ich mochte sehr gerne den Citroen 2CV…“

„…die Ente…“

„…sie war sehr geländegängig, die Federung war gut, das ganze Fahrgestell-Design hervorragend. Dass das Auto geklappert hat, gehörte halt dazu.“

Eine schöne Feststellung, die einen Schmunzeln lässt.

Ein Beruf, der viel von einem fordert und der sehr gute berufliche Perspektiven bietet.

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